Nachfolge für Bundesbank-Chef

Diese Personalie bietet Sprengstoff für FDP und Grüne

21.10.2021
Lesedauer: 2 Minuten
Nicht ganz so einig: Bei der Nachfolge des Bundesbankpräsidenten Weidmann wünschen sich Baerbock und Habeck einen Kurswechsel. Christian Linder möchte dagegen lieber den Status quo bewahren. (Quelle: Sean Gallup/Getty Images)

Die Spekulationen um einen Nachfolger für den scheidenden Bundesbankpräsidenten Jens Weidmann zeigen die Gräben zwischen den Ampel-Parteien auf. t-online erklärt, wer Chancen auf das Amt hat.

Jens Weidmann hat in seiner Amtszeit so manche Krise ausgestanden, der kommenden wollte er sich aber offensichtlich nicht mehr stellen: Am Mittwoch gab der Bundesbank-Chef seinen Rückzug bekannt. Nach zehn Jahren wird für ihn Ende 2021 Schluss sein.

Er wählt damit einen brisanten Zeitpunkt, um seine Kündigung einzureichen. Die Koalitionsverhandlungen zwischen SPD, Grünen und FDP haben erst begonnen, da wirft der Rückzug Weidmanns schon ein großes Schlaglicht auf eine ihrer größten Differenzen: In der Geldpolitik gehen die Meinungen der möglichen neuen Regierungsparteien weit auseinander.

Das verbergen die kleineren Koalitionspartner auch gar nicht: Beide denken bereits an die Zukunft der Bundesbank – und wünschen sich dabei sehr konträre Richtungen. So sprechen sich die Grünen für einen Aufbruch aus, die FDP will dagegen die Konstante. „Für die Zukunft braucht es eine Bundesbank, die auf der Höhe der Herausforderungen der Zeit agiert“, sagte Grünen-Chef Habeck am Donnerstag der Süddeutschen Zeitung. „Die Deutsche Bundesbank muss weiter Anwältin einer stabilitätsorientierten Geldpolitik in Europa bleiben“, unterstrich dagegen FDP-Chef Christian Lindner.

Diese Ökonomen haben Chancen
Fest steht: Schon jetzt kursieren in Berlin und Frankfurt Namen potenzieller Nachfolger – und sie sind durchaus so bunt wie die unterschiedlichen Wünsche der möglichen Koalitionspartner. Besonders oft genannt wird in Politik- und Bundesbankkreisen Isabel Schnabel, die derzeit als deutsche Vertreterin im EZB-Direktorium sitzt. Nicht nur qua aktuellem Amt gilt sie als ausgewiesene Expertin im Notenbankwesen und dadurch als für den Job geeignet.

Jedoch zählt sie zu den Verfechtern des lockeren geldpolitischen Kurses der EZB und hat diesen immer wieder verteidigt. Bekäme Schnabel den Posten, würde sich der Wind also drehen und die Bundesbank ihren bisherigen Kurs unter Weidmann aufgeben.

Isabel Schnabel: Die Ökonom sitzt aktuell im EZB-Direktorium. Auch ihr Name fällt in internen Kreisen häufig als mögliche Nachfolgerin Weidmanns.  (Quelle: imago images/Reiner Zensen)
Isabel Schnabel: Die Ökonomin sitzt aktuell im EZB-Direktorium. Auch ihr Name fällt in internen Kreisen häufig als mögliche Nachfolgerin Weidmanns. (Quelle: Reiner Zensen/imago images)

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