Erkrankung trotz Corona-Impfung

Wagenknecht: Beschreibung „Pandemie der Ungeimpften“ ist „üble Stimmungsmache“

19.10.2021
Lesedauer: 2 Minuten
dpa/Michael Kappeler - Sahra Wagenknecht wirft dem Gesundheitsministerium laut einem Bericht vor, „noch aktuellere Zahlen“ über Impfdurchbrüche zu verschweigen. (Archivbild)

Die Politikerin hat das Gesundheitsministerium unter Jens Spahn scharf kritisiert. Grund sind offenbar bislang nicht veröffentlichte Zahlen zu Impfdurchbrüchen.

Berlin – Sahra Wagenknecht hat sich kritisch zu den Aussagen des Bundesgesundheitsministeriums über einen deutlichen Anstieg von doppelt Geimpften in den Statistiken vom Robert-Koch-Institut (RKI) geäußert. Die ehemalige Linken-Fraktionschefin warf dem Ministerium unter Jens Spahn (CDU) gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vor, aktuelle Zahlen zum Anstieg der Impfdurchbrüche nicht veröffentlichen zu wollen. 

Zum Hintergrund: In der Zeit vom 13. September bis zum 10. Oktober ist offenbar die Anzahl der Impfdurchbrüche bei intensivmedizinisch behandelten Erkrankten von zuvor zehn Prozent auf 29 Prozent angestiegen. Das Gesundheitsministerium begründet das Wachstum gegenüber dem RND mit einem „rein statistischen Effekt“, der durch eine methodische Umstellung seitens des RKIs verursacht worden sei. 

Dem Bericht zufolge waren wegen einer Covid-19-Erkrankung ins Krankenhaus verbrachte Patienten, deren Impfstatus unbekannt war, als ungeimpft registriert worden. Das bedeutet, da aller Wahrscheinlichkeit nach nicht jeder dieser Infizierten ungeimpft war, der Anteil der Impfdurchbrüche in dem genannten Zeitabschnitt höher gelegen haben muss. Diese Dokumentationsmethode galt offenbar bis zum 22. September. 

Wagenknecht: Ministerium soll „Zahlen auf Wochenbasis“ veröffentlichen

Danach seien laut dem Ministerium lediglich die Fälle ausgewiesen worden, von denen bekannt gewesen sei, ob sie geimpft waren oder nicht. Wagenknecht soll diesbezüglich eine Anfrage beim Ministerium gestellt haben. Ein Staatssekretär verwies dem RND zufolge in seiner Antwort auf den steigenden Anteil Geimpfter, durch den „auch die Wahrscheinlichkeit, dass unter allen Personen, die sich infizieren, mitunter geimpfte Personen betroffen sein können“, steige.

Wagenknecht hält dem Ministerium offenbar vor, dass es sich weigere „die noch aktuelleren Zahlen auf Wochenbasis zu veröffentlichen“. Die Bundestagsabgeordnete soll im Zuge dessen von einem „Skandal“ gesprochen haben, weil die wöchentlichen Daten über Impfdurchbrüche dem Ministerium aufgrund von detaillierten Informationen über „Impfeffektivität“ aus dem wöchentlichen Lagebericht des RKI bekannt sein müssten.

Wagenknecht geht offenbar davon aus, dass der Anteil der Impfdurchbrüche auch in den kommenden Wochen steigt. Daher werde der „überwiegende Teil“ der Erkrankungen durch Infektionen von vollständig Geimpften stattfinden. Die von Jens Spahn verwendete Beschreibung „Pandemie der Ungeimpften“ hält sie dem RND zufolge im Übrigen für „üble Stimmungsmache“.

Unterdessen hat der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, in der vergangenen Woche darauf hingewiesen, dass kaum gegen Covid-19 geimpfte Patienten unter keiner Vorerkrankung leiden würden. Die allermeisten hätten entweder gar keine Impfung oder nur die erste erhalten. 

Das könnte Sie auch interessieren

Für Energiekonzern
01.12.2024
EU-Plan gescheitert
29.11.2024
ARD-Show "Die 100"
26.11.2024
Abstimmung über neue EU-Kommission
27.11.2024

Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

2 + vier =

Weitere Artikel aus der gleichen Rubrik

Für Energiekonzern
01.12.2024
EU-Plan gescheitert
29.11.2024

Neueste Kommentare

Trends

Alle Kategorien

Kategorien