Steigende Strom-, Heiz- und Spritkosten

So verhöhnt die Politik den einfachen Bürger

13.10.2021
Lesedauer: 3 Minuten
So äußerten sich Katarina Barley, Vize-Präsidentin des EU-Parlaments am Montag in der ARD, und SPD-Chef Norbert Walter-Borjans am 1.10. gegenüber dem RND - Foto: Das Erste/ARD, HANNIBAL HANSCHKE/REUTERS

Deutschland stöhnt unter dramatisch steigenden Strom-, Heiz- und Spritkosten! Rentner, Geringverdiener und Pendler wissen nicht, wie sie über den Winter oder zur Arbeit kommen sollen!

Und was sagt die einstige Arbeiterpartei SPD dazu?

► Spitzengenossin Katarina Barley (52) glänzt im WDR-Talk „Hart aber fair“ mit Luxus-Ratschlägen: „Die Kilowattstunde, die am billigsten ist, ist die, die man nicht verbraucht.“ Wer sich „neue Fenster“ einbaut oder „gedämmt hat“, der komme „voll in den Genuss“ staatlicher Förderung und könne jubeln: „Hey, jede Stunde, die jetzt teurer ist, habe ich mehr gespart …“

► SPD-Chef Norbert Walter-Borjans findet die Sorge von Millionen Deutschen vor Rekord-Inflation (4,1 Prozent) zwar „verständlich“, aber: „Aktuell begründet ist sie nicht.“

Für die Bürger, die sich vor dem teuersten Winter seit Jahrzehnten sorgen, müssen solche Sprüche wie Hohn klingen. Sollen sie sich nach der Corona-Krise noch verschulden für Solartechnik, Heizungssanierung oder Wärmedämmung?

Heinz Buschkowsky (73), Ex-SPD-Bürgermeister von Berlin-Neukölln, findet die Aussagen seiner Genossen empörend: „Inflation und explodierende Heizkosten treffen viele Menschen hart. Umso wichtiger, dass Politiker keine abgehobenen Sprüche klopfen nach dem Motto: Habt euch nicht so, hebt halt Geld vom Sparkonto ab.“

FAKT IST: Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet erst Mitte 2022 mit einer Normalisierung der Inflationsrate. Heißt: noch viele Monate heftige Preissteigerungen.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (47, CSU) fordert jetzt in BILD ein Eingreifen zumindest beim Spritpreis: „Der Staat darf bei diesem Preisschock an der Zapfsäule nicht noch Hauptprofiteur sein.“ Rund zwei Drittel des Benzinpreises seien mit Steuern und Abgaben beeinflusst. Scheuer: „Spätestens bei einem Preis von 1,99 Euro pro Liter muss der Staat deshalb eingreifen und im Gegenzug die Steuern senken.“

Auch NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann (64, CDU) fordert „eine sozialpolitische Antwort auf die galoppierende Inflation“.

Kritik an den SPD-Sprüchen („kalt und zynisch“) kommt auch von Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (54, CDU) sowie Unions-Fraktionsvize Thorsten Frei (48) („abfällige und verächtliche“ Haltung). Wer glaube, „dass die Menschen aus dem Fenster heizten und noch beträchtliche Einsparmöglichkeiten hätten“, habe „die Bodenhaftung verloren“.

Weil ihm der Gasversorger kündigte, muss Bäcker Flassig sein Brot teurer machen

Energie-Riese E.ON legte in diesen Tagen sein Gas-Geschäft für Neukunden „wegen stark gestiegener Beschaffungskosten“ auf Eis (BILD berichtete). Der Anbieter von Bäckermeister Veit Flassig (57) aus Kranichfeld (Thüringen) geht noch weiter: Sein Versorger „Bürgergas“ kündigte ihm per Einwurfeinschreiben zu Ende Oktober den Vertrag.

Bäckermeister Flassig: „Man ziehe sich aus dem Geschäftskundenfeld zurück, hieß es schriftlich.“ Bisher zahlte der Handwerker für

14 500 Kubikmeter Gas/Jahr monatlich 550 Euro. Wechselt Flassig nun zum teuren Grundversorger, kostet das Gas 820 Euro/Monat: „Mein Brot wird künftig statt 3,20 Euro je Kilo 3,50 Euro kosten.“

Das könnte Sie auch interessieren

Für Energiekonzern
01.12.2024
EU-Plan gescheitert
29.11.2024
ARD-Show "Die 100"
26.11.2024
Abstimmung über neue EU-Kommission
27.11.2024

Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

eins × eins =

Weitere Artikel aus der gleichen Rubrik

Für Energiekonzern
01.12.2024
EU-Plan gescheitert
29.11.2024

Neueste Kommentare

Trends

Alle Kategorien

Kategorien