Brandstiftung am Stromnetz in Berlin

02.10.2021
Lesedauer: 3 Minuten
Die Einsatzkräfte vor Ort - Foto: spreepicture

Berlin – Am frühen Samstagmorgen hat eine Versorgungsbrücke über einer Bahnstrecke in Berlin-Prenzlauer Berg gebrannt. Eine Fußgängerbrücke über den S-Bahnring an der Dänenstraße, unter der die Leitung verläuft, stand komplett in Flammen, wie die Polizei mitteilte.

Zunächst hielt man einen gezielten Anschlag für möglich. Am Sonntagvormittag teilte die Polizei dann auf BILD-Anfrage mit, dass der Staatsschutz, der zuvor die Ermittlungen übernommen hatte, den Fall wieder an die Polizeidirektion zurückgegeben hat.

Alles deute nun darauf hin, dass es sich bei dem Brand eher um eine fahrlässige Brandstiftung handele. Aufgeklärt sei der Fall aber noch nicht.

Das Feuer war gegen 3.20 Uhr am frühen Samstagmorgen ausgebrochen. Versorgungsleitungen an der Dänenstraße/Schönfließer Straße standen in Flammen.

Bei dem Brand wurde auch eine Frischwasserleitung beschädigt, weshalb die Flammen sich nicht groß ausbreiten konnten. Viel Wasser lief jedoch auf die Gleise.

Das Wasser schießt aus der beschädigten Leitung
Das Wasser schießt aus der beschädigten LeitungFoto: spreepicture

Rund 30 Feuerwehrleute konnten den Brand rasch löschen. Mitarbeiter des Stromnetzes, der Wasserbetriebe und der Bahn erfassten den Schaden, Polizisten nahmen erste Ermittlungen auf.

Auch die Polizei war vor Ort, es wird ein Brandanschlag vermutet
Polizei und Feuerwehr im Einsatz an einer UnterführungFoto: spreepicture

Eine Polizeisprecherin am Samstagmorgen zu BILD: „Derzeit ist tatsächlich noch nicht klar, ob der Brand fahrlässig oder vorsätzlich verursacht wurde. Staatsschutzermittler prüfen momentan noch beide Möglichkeiten. Sollte Vorsatz gegeben sein, wird auch noch zu prüfen sein, ob eine politische Tatmotivation infrage kommt.“

Eine politische Motivation schloss die Polizei einen Tag später dann aus. Dafür gibt es demnach bislang keine Hinweise.

Ein Polizist bei der Spurensuche
Ein Polizist bei der SpurensucheFoto: spreepicture

▶︎ 15 000 Haushalte im Ortsteil Prenzlauer Berg waren stundenlang ohne Strom. Erst am Nachmittag gegen 16 Uhr war der Ausfall wieder behoben.

Während das Stromnetz Berlin um 6.35 Uhr twitterte, dass die Störungen wieder behoben seinen, meldeten Anwohner noch dunkle Straßen in Prenzlauer Berg.

Ein Anwohner berichtete am Morgen, dass er durch mehrere dunkle Straßen gelaufen sei.

Es werde voraussichtlich noch bis zum Nachmittag dauern, bevor alle Stromausfälle behoben seien, hieß es am Morgen von der Polizei.

Gegen 14 Uhr twitterte das Störungsmanagement, dass nur ein Drittel der Haushalte wieder mit Strom versorgt sei.

Um kurz vor 16 Uhr meldete Stromnetz Berlin dann Entwarnung: Der Stromausfall sei behoben, alle Kunden hätten wieder Strom.

Vonseiten der S-Bahn wurden am Morgen keine Beeinträchtigungen gemeldet.

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