Triell auf Sat.1 und ProSieben

Meeresspiegel-Lüge bei Baerbock – auch Scholz und Laschet flunkerten

Lesedauer: 3 Minuten
Das Triell bei Sat.1 und ProSieben mit Olaf Scholz, Armin Laschet und Annalena Baerbock, moderiert von Claudia von Brauchitsch und Linda Zervakis.Foto: picture alliance/dpa/ProSieben | Andre Kowalski, picture alliance / Flashpic | Jens Krick, picture alliance / Flashpic | Jens Krick, Seven.One Entertainment Group GmbH / Hahn

Nach den Triellen auf den Sendern RTL, ARD und ZDF fand am Sonntagabend das dritte und letzte große TV-Triell vor der Bundestagswahl statt: Auf Sat.1, ProSieben und Kabel Eins begegneten sich Olaf Scholz, Armin Laschet und Annalena Baerbock eine Woche vor der Bundestagswahl noch ein Mal.

Olaf Scholz und Annalena Baerbock attackierten gemeinsam Armin Laschet als rot-grüner Block, der oft in Bedrängnis geriet. Im Faktencheck am Tag danach kam nun heraus, wo es die Kandidaten mit der Wahrheit nicht genau nahmen.

Triell auf Sat.1 und ProSieben: TV-Zuschauer sehen Olaf Scholz als den Sieger

20. September

18.20 Uhr: Meeresspiegel-Lüge und Steuer-Flunkerei – HIER sagten Baerbock, Laschet und Scholz die Unwahrheit

Am Tag nach dem Triell auf ProSieben, Sat.1 und Kabel Eins gibt es den Faktencheck: „Spiegel“ und „ZDF“ überprüften die Aussagen der Kanzlerkandidaten auf ihre Korrektheit. Dabei fielen besonders drei Falschbehauptungen von Armin Laschet, Annalena Baerbock und Olaf Scholz auf.

So hatte die Grüne im Triell Ängste befeuert: „Sie sagen einem Kind, was heute geboren wird, was im Jahre 2100 80 Jahre ist: sieben Meter Meeresanstieg!“ Land unter bis 2100? Nein, so dramatisch wird es nicht kommen!

Wie das ZDF für den Faktencheck recherchiert hat, geht der Weltklimarat IPCC im schlimmsten Szenario von einem Anstieg des Meeresspiegel im Jahr 2100 von bis zu 110 Zentimeter aus. Das hätte zwar auch schon katastrophale Konsequenzen, aber ist natürlich nicht vergleichbar mit einem weitaus dramatischeren Anstieg von sieben Metern.

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Auch Armin Laschet blieb nicht ganz bei der Wahrheit beim Triell. Er kritisierte die Steuerpläne von SPD und Grünen und sagte: „Wir haben gestern im ‚Handelsblatt‘ noch einmal vorgerechnet bekommen, Familien mit 25.000 Euro Jahreseinkommen werden netto bei den Vorschlägen von SPD und Grünen weniger am Ende in der Tasche haben. Bei 50.000 Euro noch einmal weniger.“

Wie der „Spiegel“ im Faktencheck schreibt, wollen aber alle Parteien, auch SPD und Grüne, kleine und mittlere Einkommen entlasten, ebenso Familien. Beim Ehegattensplitting, das SPD, Grüne und Linkspartei tatsächlich abschaffen wollen, soll es einen Bestandsschutz für bestehende Ehen geben. Zudem fordern diese Parteien eine Kindergrundsicherung, mehr Kindergeld und höhere Freibeträge. Somit kommt der „Spiegel“ zum Urteil: „Laschets Aussage ist falsch“.

Doch auch Olaf Scholz wurde vom „Spiegel“ überführt. Er behauptete, die Einführung des Mindestlohns 2015 habe mehr Jobs geschaffen. Der Faktencheck der Redaktion hat aber ergeben, dass ein Job-Plus durch den Mindestlohn nicht belegbar ist, denn die Einführung fiel in eine Zeit, als es sowieso eine brummende Konjunktur gab. Somit sei seine Aussage ungenau und daher „eher falsch“.

18 Uhr: Versöhnliches Foto am Rande des Triells von Sat.1 und ProSieben

Dass es trotz des Wahlkampfes zwischen den Kandidaten menschlich zugeht, unterstreicht ein Foto, das am Rande des Triells am Sonntagabend entstand. Armin Laschet, Annalena Baerbock und Olaf Scholz gingen herzlich aufeinander zu und lächelten. Ein gutes Zeichen für die Demokratie in Deutschland.

https://twitter.com/BerlinerNotizen/status/1439861209512267778?ref_src=twsrc%5Etfw%7Ctwcamp%5Etweetembed%7Ctwterm%5E1439861209512267778%7Ctwgr%5E%7Ctwcon%5Es1_&ref_url=https%3A%2F%2Fwww.derwesten.de%2Fpolitik%2Ftriell-sat-1-prosieben-kabel-eins-faktencheck-meeresspiegel-sieger-kabel-eins-olaf-scholz-armin-laschet-annalena-baerbock-linda-zervakis-rtl-id233365711.html

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