Ärztekammer und Gesundheitsamt

Kritik an vorschnellem Angebot von Auffrischungsimpfung

06.09.2021
Lesedauer: 2 Minuten
Dritter Piks: Spritzen gefüllt mit einem Vakzin gegen das Coronavirus Bild: dpa

Das Frankfurter Gesundheitsamt, die Landesärztekammer Hessen und die Kassenärztliche Vereinigung kritisieren den politischen Vorstoß zur Auffrischungsimpfung. Weil wieder einmal die Empfehlung der STIKO nicht abgewartet wurde.

n einer gemeinsamen Erklärung kritisieren das Frankfurter Gesundheitsamt, die Landesärztekammer Hessen und die Kassenärztliche Vereinigung den Vorstoß des Landes Hessen, Auffrischimpfungen für Hochbetagte, Pflegebedürftige sowie Menschen mit Immunschwäche oder Immunsuppression anzubieten, ohne eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) abzuwarten. Der Entschluss, der auf die Gesundheitsministerkonferenz zurückgeht, greife der „unverzichtbaren wissenschaftlichen Bewertung von Nutzen und Risiken einer solchen Impfung vor“. Dabei sei die Wissenschaft „das schärfste Schwert gegen alle Verschwörungstheorien im Dunstkreis des Querdenkens“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung.

Auf der Konferenz der Gesundheitsminister wurde unter anderem die Frage der Haftbarkeit geklärt, sollten Ärzte die Auffrischungsimpfung schon vornehmen. In einer Stellungnahme des Bundesministeriums für Gesundheit heißt es, dass der Bund potentielle Versorgungsansprüche der Patienten im Zusammenhang mit einer Auffrischungsimpfung übernehme. Voraussetzung sei, dass die ärztliche Sorgfaltspflicht bei der Aufklärung und Verabreichung des Impfstoffs beachtet worden sei. „Ärzte wie Impfwillige brauchen eine verlässliche Aussage zur Sicherheit und zum Nutzen eines Impfstoffes und nicht nur die Zusage der Staatshaftung“, meint Frank Dastych, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen. Es gelte, die allgemeine Empfehlung der STIKO abzuwarten, sagt Edgar Pinkowski, Präsident der Landesärztekammer Hessen. Schließlich sei das die zuständige Institution mit dem entsprechenden Fachwissen.

Empfehlung der STIKO abwarten

Das Vorgehen, vorab politisch Fakten zu schaffen, sei inakzeptabel. Es gelte, eine solche Empfehlung mit hohem ärztlichen und wissenschaftlichen Sachverstand zu treffen, sind sich die Vertreter von Landesärztekammer Hessen, der Kassenärztlichen Vereinigung sowie dem Gesundheitsamt Frankfurt einig. „Wir erwarten, dass die STIKO sich noch in diesem Monat dazu positioniert, ob die Boosterimpfung tatsächlich den Schutz erhöht und ob die dritte Impfung sicher ist“, sagt Peter Tinnemann, Leiter des Frankfurter Gesundheitsamtes.

Derweil ist die Inzidenz in Hessen, also die Zahl der registrierten Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, auf 116,5 gestiegen. Am höchsten war sie nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in Offenbach mit 210,9. Danach folgen die Städte Kassel (164,1) und Frankfurt (158,6).

Quelle: F.A.Z.

Das könnte Sie auch interessieren

Für Energiekonzern
01.12.2024
EU-Plan gescheitert
29.11.2024
ARD-Show "Die 100"
26.11.2024
Abstimmung über neue EU-Kommission
27.11.2024

Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

zwanzig − fünf =

Weitere Artikel aus der gleichen Rubrik

Für Energiekonzern
01.12.2024
EU-Plan gescheitert
29.11.2024

Neueste Kommentare

Trends

Alle Kategorien

Kategorien