Wahl-O-Mat

Aufregung um Ergebnisse – „Plötzlich waren wir alle ‚rechts’“

31.08.2021
Lesedauer: 2 Minuten
Die ehemalige SPD-Politikerin und heutige „Welt“-Autorin Susanne Gaschke regt sich über den Wahl-O-Mat auf. Foto: picture alliance/dpa | Horst Galuschka, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Robert Michael

Verzerrt der Wahl-O-Mat die eigentliche politische Einstellung? Die ehemalige SPD-Oberbürgermeisterin von Kiel, Susanne Gaschke, erhebt schwere Vorwürfe gegen die Wahlhilfe der Bundeszentrale für politische Bildung.

Die mittlerweile aus der SPD ausgetretene Gaschke schreibt nun für die „Welt“. In einem Selbsttest hat sie den Wahl-O-Mat ausprobiert – mit einem für sie erstaunlichem Ergebnis.

Wahl-O-Mat: Aufregung um Ergebnisse – „Plötzlich waren wir alle ‚rechts’“

In der Welt empört sich Susanne Gaschke darüber, was ihr und vielen ihrer Freunde passiert sei, als sie den Wahl-O-Mat zur Wahl des Berliner Abgeordnetenhauses am 26. September ausprobiert habe. Anders als der Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl sind die beiden Wahlhilfen zu den zeitgleich stattfindenden Landtagswahlen schon online. Der Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl geht erst am 2.9. an den Start.

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Das ist der Wahl-O-Mat:

  • Der Wahl-O-Mat wurde zum ersten Mal zur Bundestagswahl 2002 angeboten.
  • Seitdem erstellt die Bundeszentrale für politische Bildung zu Landtags-, Bundestags- und Europwahle immer neue Entscheidungshilfen.
  • Die Bürger können politische Thesen bewerten und so ihre persönlichen Meinungen mit den Positionen der Parteien vergleichen.
  • Am Ende wird als Prozentwerte angezeigt, mit welchen Parteien man die meisten Übereinstimmungen erzielt hat.

„Plötzlich waren wir alle ‚rechts’“, schreibt die Journalistin nach dem Selbsttest. „Bei vielen von uns kam die AfD auf Platz eins, meistens ganz eng geclustert mit FDP und CDU. Sind wir also alle ‚rechts‘?“

Gaschke kritisiert die Themenauswahl des Redaktionsteams, das aus 15 zufällig ausgewählten Jugendlichen aus den Bezirken, Experten sowie Verantwortlichen aus der Bundes- und Landeszentrale für politische Bildung bestand. So würden beispielsweise Fragen zur Corona-Politik des Senats ebenso fehlen wie zur Integration oder der Modernisierung der Berliner Verwaltung.

Im Netz wird Gaschkes Behauptung für die Behauptung, der Wahl-O-Mat finde fast alle rechts, auseinandergenommen. Einige Reaktionen auf Twitter:

  • „Der Wahl-O-Mat ‚findet‘ nichts, sondern wertet Übereinstimmungen anhand der von den Parteien (!) angegebenen Positionen & den vom Nutzer (!) angegebenen Positionen. Man ‚findet‘ sich also höchstens selbst rechts.“
  • „Gaschke von der WELT kritisiert, dass der Wahl-o-Mat sie als rechts einordnen würde. Könnte vielleicht auch einfach daran liegen, dass sie rechts ist.“
  • „Aber, aber man kann doch sogar gewichten. Da muss halt kein rechtes Ergebnis bei rauskommen. Außer, man ist eben eher rechts, dann passiert das schon. Da kann aber der Wahl-O-Mat wenig für …“

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