Als es um die Rettung der Deutschen in Kabul ging

Schwere Sicherheitspanne im AKK-Ministerium!

18.08.2021
Lesedauer: 2 Minuten
Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (59, CDU) am Mittwoch vor der Sitzung des Bundeskabinetts Foto: ddp/Pool action press

Viel zu lange dauerte es, bis die Verantwortlichen in Berlin aufwachten aus ihrer Afghanistan-Schönträumerei und handelten.

Am Freitag wurde im Krisenstab die Evakuierungsmission in Gang gesetzt, am Sonntag beschlossen.

Ein hektisches Wochenende, an dem das Verteidigungsministerium unter Annegret Kramp-Karrenbauer (59, CDU) zudem durch IT-Probleme nur eingeschränkt funktionsfähig war, wie BILD exklusiv erfuhr.

► Denn: Im Bendlerblock, dem Gebäudekomplex des Ministeriums, und auch operativen Schaltzentrale dem Einsatzführungskommando, fielen das gesamte Wochenende über immer wieder das geschützte Kommunikationssystem (HaFIS) und die Kryptotelefonie aus.

Heißt: Sicheres Schreiben oder Telefonieren mit anderen Stellen und Behörden war nicht gewährleistet – und das im absoluten Krisenmodus!

Dies führte dazu, dass sogar der normalerweise geheim eingestufte Operationsbefehl so weit in den Details entschärft wurde, dass er offen per E-Mail verschickt werden konnte.

Die IT-Probleme hätten die Arbeit extrem erschwert, erfuhr BILD aus dem BMVg. Die Abteilung SE (Strategie und Einsatz) hat die massiven Probleme, die durch die ausgefallenen IT-Systeme verursacht wurden, inzwischen in einem Schreiben an die Abteilung CIT (Cyber und IT) thematisiert. Man erwarte, dass solche Zwischenfälle künftig nicht mehr passieren …

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums gab gegenüber BILD zu: „Am Dienstsitz des Verteidigungsministeriums in Berlin gab es Störungen der IT-Anlage.“ Allerdings versucht man im BMVg zu beschwichtigen: „Die Verteidigungsministerin befand sich am Wochenende auf der Hardthöhe in Bonn. Arbeit, Befehlsgebung und Führungsfähigkeit waren unbeeinträchtigt. Die Bundeswehr verfügt über mehrere redundante Systeme.“

Das kann man wohl als Nebelkerze bezeichnen. Denn der Einsatz wurde aus Berlin – also dort, wo es die Probleme gab – gesteuert, nicht aus Bonn …. Und auch das interne Schreiben spricht eine andere Sprache.

Quelle: BILD

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