Festnahme endet in brutaler Attacke

Hier flieht Berliner Polizei vor Spielplatz-Mob

09.08.2021
Lesedauer: 3 Minuten
Quelle: BILD/privat

Berlin – Es sind Szenen, die schockieren. In Berlin-Schöneberg wurden Polizisten am Sonntagabend so massiv attackiert, dass sie den Rückzug antraten.

Hintergrund: In der sogenannten „Roten Insel“, einer Ortslage in Schöneberg, hatte es am Sonntag das „Rote Insel Fest“ und eine linke Demonstration gegeben. Laut Ankündigung ein Mix aus Protest, Musik/Konzert, Party, Workshop und Theater.

Am nahegelegenen Spielplatz in der Mansteinstraße rückten die Beamten dann an, weil eine Zeugin eine Sachbeschädigung meldete. Der 31-Jährige, der dafür verantwortlich gewesen sein soll, wurde daraufhin auf dem Spielplatz festgenommen. Laut einem Teilnehmer des Festes habe „ein Mensch ein Verkehrsschild berührt“. Das bestätigte eine Polizeisprecherin am Montagmorgen nicht.

Die Szenen

Video-Aufnahmen von dem Spielplatz zeigen, wie eine Gruppe Beamter von mehreren Personen umringt ist. Sie brüllen die Einsatzkräfte an: „Haut ab hier“, es kommt zu ersten Rangeleien. Polizisten nehmen einen Mann fest, führen ihn vom Spielplatz, die umstehenden Personen folgen.

Am Ausgang des Spielplatzes eskaliert die Situation: Die Gruppe attackiert die Beamten von hinten, es fliegen Flaschen. Dazu sind Sprechchöre „Ganz Berlin hasst die Polizei“ zu hören. Ein Beamter liegt auf dem Boden, Kollegen eilen zu ihm. 

Einige Beamte versuchen, die Lage in den Griff zu bekommen, einer setzt Reizgas ein. Dann treten die Polizisten den Rückzug an, rein in den Mannschaftswagen. Wieder fliegen Flaschen.

Teaser-Bild
Die Beamten rennen die Straße runter, dicht gefolgt von einigen MännernFoto: Privat

Nicht alle Beamte steigen in den Wagen, einige bleiben auf der Straße. Während der Wagen losfährt, laufen sie zunächst nebenher – um dann zu rennen! Flucht vor dem Mob, der sie verfolgt. Dann bricht das Video ab. 

Mindestens vier Beamte sind nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei verletzt worden. Einem der Beamten sei mehrfach am Boden liegend gegen den Kopf getreten worden. Nun werde wegen Widerstands und Körperverletzung ermittelt.

Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei: „Der Einsatz gestern zeigt, wie wenig unsere Kolleginnen und Kollegen als Menschen gesehen werden und Gewalt gegen sie in einzelnen Teilen der Gesellschaft als völlig legitim scheint. Es ist entsetzlich, dass sie anscheinend nicht mal auf einem Kinderspielplatz ihrer Arbeit nachgehen können, ohne dass Flaschen fliegen, ein wild gewordener Mob sie aus dem Park jagt und einem am Boden liegenden Kollegen mehrfach gegen den Kopf getreten wird. Wir wünschen den mindestens vier verletzten Einsatzkräften alles Gute und hoffen, dass sie diesen Einsatz ohne bleibende Schäden hinter sich lassen können.“

Statement von Jugendclub

Auf Twitter veröffentlichte die „Potse“, ein autonomer Jugendclub in Berlin-Schöneberg, ein Statement. In diesem wird behauptet, dass die Beamten gegen 17 Uhr auf den Spielplatz gekommen seien, um „eine Person brutal“ festzunehmen.

Menschen, die sich „über die massive Gewalt beschwert“ hätten, seien von den Beamten geschlagen und getreten worden. Die Polizei habe dann eine weitere Person festgenommen. Als sie diese Person zum Mannschaftswagen gebracht hätten – diese Szenen sind im Video zu sehen – sei die „empörte Menge“ hinterher.

In einem Tweet wird auch behauptet, dass der Polizeieinsatz wegen „einer fragwürdigen Unterstellung einer Ordnungswidrigkeit“ stattgefunden hätte.

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