"Die Vierte Welle hat begonnen!"

Riesen-Zoff um geheimes Panik-Papier des RKI

28.07.2021
Lesedauer: 3 Minuten
RKI-Chef Lothar Wieler im Mai in Berlin - Foto: Michael Sohn/AP

Wieler-Behörde will Lockdown statt Freiheit

Ein neues Panik-Papier des Robert-Koch-Instituts (RKI) sorgt für massiven Unmut in den Bundesländern!

Am Montag kam es nach BILD-Informationen bei einer geheimen Schaltkonferenz zwischen Kanzleramtschef Helge Braun (48, CDU) und den Staatskanzlei-Chefs der Bundesländer zum Corona-Richtungsstreit.

Auslöser: Lothar Wieler (60)! Der RKI-Chef präsentierte den Teilnehmern ein neues Panik-Papier (liegt BILD exklusiv vor). Darin heißt es: „Die vierte Welle hat begonnen.“ Und: Die Inzidenz müsse weiterhin „Leitindikator“ für die Pandemie bleiben.

Dabei wollten viele Länderchefs genau DIESEN Kurs verlassen!

Denn: Weil inzwischen so viele Bürger geimpft sind und nur noch wenige schwer an Corona erkranken, sollte der Inzidenz-Wert für die Corona-Maßnahmen an Bedeutung verlieren. Stattdessen sollte die Zahl der Krankenhaus-Einweisungen wichtiger werden.

Gesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) erklärte: „Die Inzidenz verliert zunehmend an Aussagekraft!“ Selbst das RKI rückte in einem Papier, das einer hochkarätigen Expertenrunde vorgelegt wurde, vom Inzidenzwert als Maß aller Dinge ab (BILD berichtete).

Doch am Montag erklärte RKI-Chef Wieler, nun doch unbedingt an der Inzidenz festhalten zu wollen!

Im Panik-Papier warnt Wieler in dramatischen Worten vor hohen Inzidenzen:

▶︎ „PRÄVENTION hat weiterhin die höchste Priorität (=niedrige Inzidenz)“

▶︎ „Eine steigende 7-Tage-Inzidenz geht dieser Entwicklung voraus, sie ist und bleibt der früheste aller Indikatoren. Die 7-Tage-Inzidenz bleibt daher wichtig, um die Situation in Deutschland zu bewerten und frühzeitig Maßnahmen zur Kontrolle zu initiieren“

▶︎ UND: „Hohe Impfquoten alleine sind nicht ausreichend die vierte Welle flach zu halten“

Heißt: Das RKI setzt weiter voll auf Freiheitseinschränkungen im Kampf gegen Corona!

Das Brisante: Entwarnende Daten ließ Wieler in seiner Präsentation einfach weg.

So nutzte der RKI-Chef auch die Corona-Kurven aus Großbritannien („Starker Anstieg der Fälle“), um die Dramatik einer vierten Welle zu demonstrieren. Dafür verwendete Wieler jedoch Zahlen vom 22. Juli, obwohl sein Papier auf den 26. Juli datiert ist.

Der rasante Fall der Corona-Infektionszahlen in Großbritannien in den letzten Tagen wird in der Wieler-Präsentation nicht erwähnt!

Länder verärgert – Braun will Richtungsentscheidung

Aber: Nach BILD-Informationen waren die Ländervertreter mit Wielers Alarmkurs überwiegend nicht einverstanden! Mehrere Teilnehmer sprachen sich dagegen aus, die Inzidenz weiterhin als Maß aller Dinge zu betrachten.

Sie erklärten, diese Zahl nur als „Frühwarnwert“ betrachten zu wollen. Denn: Da die vulnerablen Gruppen geimpft seien und sich vor allem jüngere Menschen ansteckten, sei bei steigenden Inzidenz-Werten NICHT mehr mit stark steigenden Krankenhaus-Einweisungen zu rechnen.

Heißt: Deutschland kommt auch mit höheren Inzidenzen zurecht. Auf steigende Infektionszahlen muss NICHT mehr mit strengen Maßnahmen reagiert werden so wie in den ersten Wellen.

Darauf erklärte Kanzleramtschef Helge Braun (48, CDU) diese Frage zur Richtungsentscheidung.

Soll das Ziel von Bund und Ländern weiterhin bleiben, den Krankenhaus-Kollaps zu verhindern? Dann müsse Deutschland höhere Inzidenz-Werte akzeptieren, da junge Menschen viel seltener schwer erkranken.

Oder sollte Deutschland versuchen, die Inzidenz so niedrig zu halten, dass die Gesundheitsämter weiterhin die Nachverfolgung gewährleisten können? Das wäre eine Niedrig-Inzidenz-Strategie, wie Wieler sie fordert.

DAS zu beantworten, so Braun, wird die große Frage bis zum nächsten Corona-Gipfel zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten am 10. August.

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