Hubert Aiwanger

„Völlig egal, ob jetzt einer mehr oder weniger geimpft ist“

26.07.2021
Lesedauer: 2 Minuten
„Ich bin schockiert, dass Leute in führenden Positionen über eine Impfpflicht reden“, sagt Hubert Aiwanger, Spitzenkandidat der Freien Wähler. Er selbst will sich weiterhin nicht impfen lassen: „Die Gesamtgefechtslage ist für mich noch nicht deutlich genug.“ Quelle: WELT

Bayerns Vize-Ministerpräsident und Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger hat sich bislang nicht impfen lassen. In einem Interview verteidigt er seine Entscheidung – und lehnt eine Impfpflicht entschieden ab.

Der Freie-Wähler-Vorsitzende Hubert Aiwanger hat seine Entscheidung, sich bislang nicht impfen zu lassen, verteidigt: „Die Gesamtgefechtslage ist für mich noch nicht deutlich genug“, sagte er zu WELT-Fernsehen. Bei älteren Personen seien Impfungen nachvollziehbar. In Altenheimen seien durch die Impfquote deutlich mildere Infektions- und Krankheitsverläufe zu beobachten gewesen.

Bei Kindern und Jugendlichen sei die Empfehlung der Stiko aber noch nicht ganz klar. Jeder Einzelfall sei extra zu bewerten. „Ich möchte Ansprechpartner sein für diejenigen, die sagen, ‚Ich will nicht, ich kann nicht, aber ich muss nicht müssen‘. Wenn wir diese 20 bis 30 Prozent (die Ungeimpften, d.Red.) als Schmuddelkinder behandeln und sagen ‚Ihr seid unsolidarisch‘, dann treiben wir diese Menschen in die gesellschaftliche Isolation und am Ende den radikalen Parteien in die Arme.“

Über die Diskussionen über eine direkte oder indirekte Impfpflicht sagte Aiwanger: „Das ist politisches Gift. Damit bringen wir Angst in die Familien. Was meinen Sie, wie Familien in den kommenden Wochen diskutieren. ‚Müssen wir die Kinder impfen, um im Herbst überhaupt noch die Kinder in die Schule schicken zu dürfen?‘ Diesen Zwang müssen wir verhindern.“

Aiwanger pocht darauf, Corona-Tests weiterhin als ebenbürtig zu Impfungen zu behandeln: „Wir müssen neben dem Impfen das Testen weiterhin als Maßnahme akzeptieren. Zu sagen, Impfen ist die einzige Lösung und Testen wäre plötzlich nicht mehr sicher genug, das trifft nicht ins Schwarze.“

Die Frage, warum er sich selbst nicht impfen lasse, beantwortete er zuvor gegenüber der „Augsburger Allgemeinen“ noch so: „Diese Frage ist ja allenfalls drittrangig. Ich bin da einer von ungefähr 30 Prozent und es ist ja völlig egal beim Corona-Management insgesamt, ob jetzt einer mehr oder weniger geimpft ist“, befand der Freie-Wähler-Chef. Auch lehnte Aiwanger eine Impfpflicht entschieden ab: „Das letzte Wort über seinen Körper muss der einzelne Bürger haben.“

Aiwanger hat sich bislang nicht impfen lassen und will sich dabei auch nicht von der CSU unter Druck setzen lassen, obwohl Ministerpräsident Markus Söder und die CSU nach Kräften für Impfungen werben. „Für mich wäre der Druck nur gerechtfertigt, wenn ein Geimpfter sagen könnte, der Ungeimpfte schadet mir unzumutbar“, hatte Aiwanger in einem Interview betont. „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht in eine Apartheidsdiskussion kommen.“ Für die Aussage wurde er von Söder gerügt.

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