Ex-Präsident will zurück in die sozialen Medien

Trump klagt gegen Twitter, Facebook und Google

07.07.2021
Lesedauer: 3 Minuten
Donald Trump (75) vor seinem Golfklub in Bedminster (New Jersey) Foto: Seth Wenig/AP

Trump will die Sperrung seiner Social-Media-Accounts nicht länger akzeptieren – und klagt jetzt gegen Twitter und Co.!

Ex-US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben die Internetkonzerne Twitter, Facebook und Google sowie deren Chefs wegen Voreingenommenheit verklagt.

Er fordere die rasche Wiederherstellung seiner Accounts, sagte Trump am Mittwoch. Bei Facebook soll Trump noch mindestens bis Anfang 2023 gesperrt bleiben. Twitter sieht sogar gar keinen Weg zurück für den früheren Präsidenten.

In den in Florida eingereichten Klagen wirft Trump Facebook, Twitter und dem Youtube-Besitzer Google sowie den Firmenchefs Mark Zuckerberg (37), Jack Dorsey (44) und Sundar Pichai (49) persönlich eine verfassungswidrige Verletzung der Redefreiheit vor.

„Wenn sie das mir antun können, können sie es jedem antun“, sagte Trump und sprach von einem „korrupten Zensurregime“. Er strebt eine Sammelklage an, bei der alle teilnehmen können sollen, deren Accounts bei den Online-Plattformen nach dem 1. Juni 2018 „zensiert“ worden seien.

Trump behauptete, dass die Online-Plattformen zu einer „Zensurabteilung“ der aktuellen US-Regierung geworden seien – unter anderem, weil sie gegen von Wissenschaftlern angezweifelte Äußerungen zum Coronavirus vorgingen. Unter den potenziellen Sammelklägern ist etwa eine Lehrerin, die sich online dagegen aussprach, dass Kinder Masken tragen sollten. Der Status als Sammelklage muss in den USA üblicherweise von einem Richter anerkannt werden.

Facebook und Twitter hatten Trump im Januar kurz vor dem Ende seiner Amtszeit gesperrt. Auslöser war die Erstürmung des US-Kapitols durch Anhänger Trumps – und dass er Sympathie für die Angreifer bekundete. Außerdem behauptet er nach wie vor ohne jegliche Belege, dass ihm der Sieg bei der Präsidentenwahl im November durch Betrug gestohlen worden sei. Damit heizte er die Stimmung im Land auf.

Der Eingangsbereich des Golfklubs erinnert mit den weißen Säulen stark an das Weiße Haus
Der Eingangsbereich des Golfklubs erinnert mit den weißen Säulen stark an das Weiße Haus Foto: Seth Wenig/AP

Twitter, wo Trump mehr als 80 Millionen Nutzer folgten, war für ihn bis dahin die wichtigste Kommunikationsplattform.

Er sei nicht auf einen Vergleich mit den Tech-Konzernen aus und wisse auch nicht, ob er bei einem Sieg ihre Plattformen wieder nutzen werde, behauptete Trump. Er nimmt speziell die als „Section 230“ bekannte gesetzliche Regelung ins Visier, die Online-Plattformen vor Haftung für von Nutzern veröffentlichte Inhalte schützt. Zugleich gibt sie ihnen Freiheiten im Vorgehen gegen Nutzer und Inhalte. Trump hatte schon als Präsident versucht, „Section 230“ zu kippen oder einzuschränken.

Trump sprach in seinem Golfklub in Bedminster im Bundesstaat New Jersey vor einem Gebäude mit weißen Säulen, das etwas an die Kulisse am Weißen Haus erinnerte.

Das könnte Sie auch interessieren

Für Energiekonzern
01.12.2024
EU-Plan gescheitert
29.11.2024
ARD-Show "Die 100"
26.11.2024
Abstimmung über neue EU-Kommission
27.11.2024

Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

zwei × vier =

Weitere Artikel aus der gleichen Rubrik

ARD-Show "Die 100"
26.11.2024

Neueste Kommentare

Trends

Alle Kategorien

Kategorien