Die deutsche Nationalmannschaft wird gemeinsam mit den Engländern vor dem Anpfiff des Achtelfinales knien. Für DFB-Kapitän Neuer ist die Aktion gegen Rassismus „ein starkes Zeichen“. Alle News dazu finden Sie hier.
Die deutsche Nationalmannschaft erreichte nach der Niederlage zum Auftakt gegen Weltmeister Frankreich, dem überzeugenden Sieg gegen Portugal (4:2) und dem wackeligen Unentschieden gegen Ungarn als Gruppenzweiter das Achtelfinale. Dort wartet England in Wembley. Damit Sie auf dem Laufenden bleiben, können Sie alle Nachrichten, Infos, Anekdoten zum Turnier und die wichtigsten Updates aus dem DFB-Lager von unserem Reporter Noah Platschko hier im EM-Newsblog nachlesen.
Vor Achtelfinale gegen England: Deutschland beteiligt sich am Kniefall
Die deutsche und die englische Fußball-Nationalmannschaft setzen bei ihrem EM-Achtelfinale im Londoner Wembley-Stadion ein gemeinsames Zeichen gegen Rassismus und für Vielfalt sowie Toleranz. Die DFB-Elf wird vor dem Anpfiff am Dienstag (18.00 Uhr im Liveticker bei t-online) mit ihren Gegner auf dem „heiligen“ Rasen knien. Zudem trägt Three-Lions-Kapitän Harry Kane wie DFB-Spielführer Manuel Neuer die Regenbogenbinde am Oberarm.
„Wir stehen für all diese Werte und finden es richtig, dass man sich für solche Werte stark macht“, sagte Bundestrainer Joachim Löw: „Die Mannschaft hat besprochen, was zu tun ist und uns gesagt, dass sie auch den Kniefall machen wird. Das ist ein tolles Zeichen.“ Neuer sagte über die Kniefall-Geste: „Wir stehen für Toleranz und gegen jegliche Art von Diskriminierung und wollen uns solidarisch zeigen mit der Nationalmannschaft von England. Deshalb werden wir das auch machen. Wir ziehen da gerne mit und mussten nicht lange darüber nachdenken.“
Die Geste ist beim Weltmeister von 1966 und den Klubs der Premier League inzwischen obligatorisch. Dass Kane wie er die bunte Binde tragen wird, nannte Neuer „ein starkes Zeichen“. Vorausgegangen war ein Austausch zwischen den Verbänden FA und DFB.
Belgien hofft auf Einsatz von De Bruyne und Hazard
Belgiens Fußball-Nationaltrainer Roberto Martinez hofft für das EM-Viertelfinale gegen Italien am Freitag (21.00 Uhr im t-online-Liveticker) in München weiter auf den Einsatz der angeschlagenen Topspieler Kevin De Bruyne und Eden Hazard. „Die ersten Nachrichten von den Ärzten sind recht positiv. Beide haben keine strukturellen Schäden und bleiben bei der Mannschaft“, sagte Martinez am Montag bei einer Pressekonferenz.
De Bruyne und Hazard waren im Achtelfinale gegen Portugal (1:0) angeschlagen ausgewechselt worden. Ob das Duo schon gegen Italien wieder von Beginn an spielen kann, ist aber fraglich. „Es wird schwer, dass sie bis dahin voll fit sind. Wäre das Spiel heute, wäre das nicht der Fall. Wir brauchen jeden Tag“, sagte Martinez.
In der Startelf gegen Spanien: Rebic ersetzt Perisic
Der ehemalige Frankfurter Ante Rebic kehrt im EM-Achtelfinale gegen Spanien in die Startelf Kroatiens zurück. Der 27-Jährige ersetzt auf dem linken Flügel den ehemaligen Münchner Ivan Perisic, der nach einem positiven Corona-Test in Quarantäne sitzt. Außerdem rückt beim Vize-Weltmeister Duje Caleta-Car für den gelbgesperrten Abwehrchef Dejan Lovren in die erste Elf.
Leipzigs Dani Olmo sitzt bei Spanien trotz seiner besonderen Verbindung zu Kroatien durch seine Zeit bei Dinamo Zagreb erstmal nur auf der Bank. Trainer Luis Enrique nimmt gegenüber dem 5:0 gegen die Slowakei lediglich zwei Veränderungen vor. Gaya ersetzt auf der Linksverteidigerposition Jordi Alba und Ferran Torres beginnt für Gerard Moreno als Außenstürmer.
Wegen Abschlusstraining: Uefa verwundert über DFB
Die Uefa hat mit Verwunderung auf die Absage des Abschlusstrainings der DFB-Elf für das EM-Achtelfinale gegen England im Wembley-Stadion reagiert. Die DFB-Elf hätte vor der Partie am Dienstag in Englands Kultstätte die letzte Übungseinheit vornehmen können, habe „jedoch nicht darum gebeten, im Stadion zu trainieren“, sagte ein Uefa-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.
Bundestrainer Joachim Löw hatte am späten Montagvormittag das Abschlusstraining der DFB-Elf im Adi-Dassler-Stadion im Teamquartier von Herzogenaurach abgehalten. Löw hätte lieber in London trainieren wollen, hatte es am Sonntag geheißen. Die Verlegung war mit einer Uefa-Sperre des bei insgesamt acht Turnierspielen viel beanspruchten Rasens in Wembley begründet worden.
Laut europäischem Verband wäre ein Schnupperkurs in Wembley aber mit geringen Einschränkungen möglich gewesen. „Deutschland hätte heute die Möglichkeit gehabt, seine MD-1-Trainingseinheit im Stadion zu absolvieren, verbunden mit einem eingeschränkten Zugang zu bestimmten Bereichen des Spielfelds – was Teil des üblichen Spielfeldschutzes ist, der bei anderen UEFA-EURO-Austragungsorten zum Einsatz kommt“, hieß es von der Uefa. So seien lediglich die Rasenzonen direkt vor den Toren gesperrt.
Abschlusstraining: Gündogan und Rüdiger dabei
Gute Nachrichten für Bundestrainer Joachim Löw. Die DFB-Elf hat ihr Abschlusstraining für das EM-Achtelfinale gegen England mit Ilkay Gündogan und Antonio Rüdiger bestritten. Damit sind beide Spieler für den Klassiker in London am Dienstag (18.00 Uhr/ARD und MagentaTV) wohl einsatzbereit. Gündogan (Schädelprellung) und Rüdiger (Erkältung) hatten zuletzt eine Trainingspause eingelegt.
Damit stehen Löw bis auf Lukas Klostermann (Muskelverletzung im Oberschenkel) wohl alle Spieler zur Verfügung. Das letzte Training fand am Montagvormittag auf Anordnung der Uefa im Adi-Dassler-Stadion in Herzogenaurach statt. Nach vier EM-Spielen muss der Rasen im Wembley-Stadion geschont werden.
Am Nachmittag (16.30 Uhr) fliegt die DFB-Auswahl von Nürnberg aus in die englische Hauptstadt. Für Löw könnte es das letzte Spiel als Bundestrainer sein. Er gibt sein Amt nach dem Turnier nach 15 Jahren auf.
Fast 13 Millionen Zuschauer sehen Ronaldo-Aus
Das Aus von Superstar Cristiano Ronaldo mit EM-Titelverteidiger Portugal durch das 0:1 gegen Belgien verfolgten in der Live-Übertragung in der ARD im Schnitt 12,90 Millionen Zuschauer. Der Marktanteil des Achtelfinales am Sonntagabend betrug satte 44,2 Prozent.
Zum zweiten Mal im Verlauf der EM wurde damit bei der Reichweite außerhalb der Übertragung eines Spiels mit deutscher Beteiligung eine zweistellige Millionenmarke erreicht. Damit verstärkt sich der Eindruck, dass mit Beginn der K.o.-Spiele bei der EURO auch das Interesse der Fans an den EM-Partien zunimmt.
Das zweite Spiel am frühen Sonntagabend zwischen den Niederlanden und Tschechien (0:2) sahen im Ersten im Schnitt 8,54 Millionen (MA: 40,2 Prozent). Den Sportschau-Club ab 23.30 Uhr verfolgten in der ARD noch 2,16 Millionen Zuschauer (MA: 18,9 Prozent).
Halbfinal-Held Möller glaubt erneut an Sieg im Elfmeterschießen
Europameister Andreas Möller glaubt wieder an einen Sieg im Elfmeterschießen gegen England. So wie bei der EM 1996, als er im Halbfinale den entscheidenden Elfmeter gegen die Gastgeber in Wembley verwandelte. „Es wird diesmal wieder ein Elfmeterschießen geben. Und wir gewinnen wieder“, sagte Möller der „Bild“.
Auch Möllers Teamkollege von damals, Markus Babbel sieht es genauso: „Mein Tipp: 1:1 nach Verlängerung – und dann triumphieren wir nach Penalties.“
Ex-DFB-Kapitän Michael Ballack glaubt ebenfalls an einen Erfolg. „Ich bin trotz der schlechten Leistung gegen Ungarn davon überzeugt, dass wir gegen England gewinnen“, sagte der 44-Jährige. „Die gezeigten Leistungen der Engländer haben mich nicht überzeugt. Ihre große Stärke: Sie haben noch kein Gegentor kassiert. Aber nach vorne lief nicht viel.“
Droht ein Ausfall? Spanien-Torwart De Gea bricht Training ab
Torhüter David De Gea hat am Tag vor dem EM-Achtelfinale der spanischen Nationalmannschaft gegen Kroatien das Training abbrechen müssen. Der 30-Jährige fasste sich im Abschlusstraining beim eigentlich lockeren Kreisspiel an den linken hinteren Oberschenkel und verschwand nach einem Gespräch mit Trainer Luis Enrique schon nach nur zehn Minuten in der Kabine des Kopenhagener Parken-Stadions. Ob De Gea für die Partie am Montag (18.00 Uhr/t-online-Liveticker) ausfällt, blieb zunächst unklar. Der Schlussmann von Manchester United war in der Gruppenphase die Nummer zwei der Spanier, Stammkeeper ist Unai Simon von Athletic Bilbao.
Kroatien-Coach: Corona-Fall „ein Schock“
Kroatiens Nationaltrainer Zlatko Dalic bezeichnet die Corona-Infektion von Ex-Bayern-Star Ivan Perisic als „Schock“. „Wir haben uns an alle Maßnahmen der Uefa gehalten und unser Hygienekonzept strengstens befolgt. Dass es dennoch zu einer Infektion gekommen ist, können wir nun jedoch nicht mehr rückgängig machen“, sagte der Vizeweltmeistercoach auf t-online-Nachfrage.
Sorgen um weitere positiven Corona-Befunde mache er sich dennoch nicht. „Natürlich erhöht Ivans Ausfall noch einmal unsere Aufmerksamkeit, aber wir haben keine Angst, dass weitere Infektionen hinzukommen werden. Wir vertrauen darauf, dass dies ein Einzelfall ist und das Hygienekonzept uns weiter schützt.“
DFB-Training am Sonntag ohne Rüdiger und Gündogan
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat ihre Vorbereitung auf den Achtelfinal-Klassiker gegen England ohne Ilkay Gündogan und Antonio Rüdiger fortgesetzt. Gündogan fehlte beim Training am Sonntagmorgen in Herzogenaurach aufgrund einer Schädelprellung, die er sich im Spiel gegen Ungarn (2:2) zugezogen hatte.
Rüdiger pausierte wegen einer Erkältung. Er soll am Nachmittag eine individuelle Einheit absolvieren. Nach derzeitigem Stand können aber beide Spieler mit zum Spiel gegen England am Dienstag (18.00 Uhr im Liveticker bei t-online) nach London reisen.
Bundestrainer Joachim Löw standen damit im Adi-Dassler-Stadion 23 Spieler zur Verfügung, da auch Lukas Klostermann (Muskelverletzung im Oberschenkel) weiter nicht am Mannschaftstraining teilnehmen kann. Der Leipziger absolvierte eine Einheit im Fitnesszelt neben dem Rasenplatz.
Klopp vor Achtelfinale: „Deutschland abzuschreiben, wäre verrückt“
Liverpools Teammanager Jürgen Klopp ist vor dem EM-Achtelfinale der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am Dienstag gegen England (18 Uhr im Liveticker bei t-online) in London trotz der durchwachsenen Leistung gegen Ungarn (2:2) optimistisch. „Deutschland deswegen jetzt abzuschreiben, wäre doch verrückt“, sagte Klopp der Bild am Sonntag.
Die DFB-Auswahl habe ein bisschen Glück gehabt, meinte Klopp. „Jetzt haben wir gegen Frankreich ordentlich gespielt, Portugal dominiert wie kaum ein anderer Gegner in den letzten Jahren. Und gegen Ungarn haben wir uns schwergetan, ja. Aber mehr ist doch nicht passiert“, sagte der 54-Jährige: „Manchmal brauchst du als Mannschaft gerade so ein Spiel. Und jetzt machen wir Dienstag halt wieder ein richtiges daraus.“
England wartet seit dem WM-Triumph 1966 gegen Deutschland auf einen großen Titel. In der Vorrunde hat die Mannschaft von Teammanager Gareth Southgate zwar nicht restlos überzeugt, blieb in drei Spielen aber ohne Gegentor.
Torschützer Kalajdzic nach EM-Aus-für Österreich: „Bitter und unverdient“
Nach der dramatischen Achtelfinal-Niederlage der Österreicher gegen Italien zeigte sich der Torschütze zum zwischenzeitlichen Anschlusstreffer, Sasa Kalajdzic, besonders enttäuscht: „Ich glaube, das ist nicht nur das grausamste Spiel in meiner Karriere, sondern auch in der gesamten österreichischen Fußball-Geschichte“, sagte der Stürmer vom VfB Stuttgart nach Abpfiff.
„Absolut bitter und unverdient“ sei die Niederlage seiner Mannschaft gewesen, auf die „jeder einzelne Österreicher stolz sein“ könne. „Das in Worte zu fassen, ist im Moment gerade wirklich nicht einfach“, sagte sein Teamkollege Alaba.
Für die vom deutschen Coach Franco Foda trainierten Österreicher endet das Turnier im Achtelfinale. Das von Kapitän Alaba angeführte Team hatte sich erstmals überhaupt für die K.o.-Runde einer EM qualifiziert und wehrte sich tapfer – letztlich aber vergeblich. Lesen Sie hier den Spielbericht.
Wales-Star Bale beklagt sich über Schiedsrichter
Der walisische Kapitän Gareth Bale hat sich nach dem verlorenen EM-Achtelfinale gegen Dänemark über den deutschen Schiedsrichter Daniel Siebert beklagt. „Ich hatte das Gefühl, der Referee war von den Fans hier beeinflusst“, sagte der Stürmerstar nach dem 0:4 am Samstagabend in Amsterdam. Mehr darüber lesen Sie hier.
Müller vor England-Spiel: „Wir wollen sie unsicher machen“
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft will die Schwäche der Engländer bei großen Turnieren ausnutzen. „Wir wollen natürlich auch immer wieder in diese englische Turnierwunde reinstechen. Wir wollen sie unsicher machen“, sagte Thomas Müller bei MagentaTV vor dem Achtelfinale am Dienstag (18.00 Uhr im Liveticker bei t-online) in London.
England wartet seit dem WM-Triumph 1966 gegen Deutschland auf einen großen Titel. In der Vorrunde hat die Mannschaft von Teammanager Gareth Southgate zwar nicht überzeugt, blieb in drei Spielen aber ohne Gegentor. Müller rechnet daher mit einem knappen Ausgang mit wenig Treffern. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass es auch mental eine Prüfung wird“, sagte der Münchner.
Bei dem Interview kam es zu einer kuriosen Szene. Mitten in einer Antwort quakt Müller ein Frosch dazwischen. Die unterhaltsame Unterbrechung kommt ab Minute 1:55. Aber sehen Sie selbst:





