Legendärer Sänger und Komponist

Franco Battiato ist tot

19.05.2021
Lesedauer: 2 Minuten
Foto: Mondadori Portfolio / Getty Images

Er war Sänger, Liedermacher, Maler, auch italienischer Politiker: Franco Battiato ist mit 76 Jahren gestorben. Er hinterlässt ein umfangreiches Oeuvre, das von Avantgarde bis Eurovision Song Contest reicht.

Die Musikwelt trauert um den Liedermacher und Sänger Franco Battiato. Er starb am Dienstag in seiner Wohnung auf Sizilien, berichteten italienische Medien. Demnach lebte Battiato krankheitsbedingt schon längere Zeit zurückgezogen.

Als Musiker hatte es Battiato verstanden, verschiedene Stile und Richtungen zusammenzuführen. Er bewegte sich zwischen Liedermacher und Synthiepop, nutzte aber auch orchestrale Elemente und elektronische Einflüsse sowie Weltmusik. Er schuf außerdem Opern und Messen, oft esoterisch geprägt.

Seine musikalischen Anfänge waren experimentell und von John Cage und Karlheinz Stockhausen beeinflusst. Sein erstes Album »Pollution« erschien 1973 und erreichte Platz 19 der italienischen Charts, darauf folgten viele sehr erfolgreiche Alben in wechselnden Stilen. Im Ausland avancierte er zur Avantgarde und trat mit Stars wie Brian Eno und Nico auf. Das hinderte ihn allerdings nicht, 1984 gemeinsam mit Alice für Italien beim Eurovision Song Contest anzutreten. Zudem komponierte Battiato auch für andere Stars, etwa für Milva.

Unter dem Pseudonym Süphan Barzani war Battiato auch als Maler tätig. Oft malte er betende Sufis und Derwische, seine Gemälde wurden weltweit ausgestellt und finden sich auch auf seinen Plattencovern. Zwischen 2012 und 2013 engagierte er sich politisch im Tourismusrat der Regionalregierung von Sizilien, auf eigenen Wunsch bezog er dafür kein Gehalt. Er erhielt 2003 die Goldene Verdienstmedaille in Kunst und Kultur und 2004 den Verdienstorden von Italien.

Zahlreiche Politiker, darunter Staatschef Sergio Mattarella, würdigten den Musiker. »Ein Meister hat uns verlassen. Einer der größten Songschreiber Italiens«, schrieb Kulturminister Dario Franceschini in einer Mitteilung.

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