Kassenärzte schlagen Alarm

Wir dürfen uns nicht nur auf Corona konzentrieren

17.04.2020
Lesedauer: 2 Minuten
Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, stellte eine Exit-Strategie aus den strengen Corona-Maßnahmen aus medizinischer Sicht vor. Foto: picture alliance / Eventpress

Das Coronavirus hat ganz Deutschland fest im Griff! Jetzt schlägt die Kassenärztlichen Bundesvereinigung Alarm: Es sei fahrlässig, wenn die normale medizinische Versorgung weiter auf null runtergefahren werden würde!

Andere Erkrankungen nicht aus dem Auge verlieren

Er appellierte an die Patienten, notwendige Behandlungen und Untersuchungen nicht aufzuschieben. „Wir dürfen nicht aus dem Auge verlieren, dass es ganz viele Erkrankungen gibt, die – wenn sie nicht rechtzeitig behandelt werden – lebensgefährlich sein können und deren Behandlung jetzt nicht völlig in den Hintergrund treten darf, weil alle nur noch wie das Kaninchen auf die Schlange auf dieses Virus starrt.“

Natürlich müsse man das Virus ernst nehmen und das Personal schützen, dazu habe man auch Maßnahmen entwickelt, aber es dürfe nicht der einzige Fixpunkt sein, um den sich alles medizinische Handeln und Denken bewege: „Das wäre fatal und der Sache nicht angemessen.“

Natürlich müsse man das Virus ernst nehmen und das Personal schützen, dazu habe man auch Maßnahmen entwickelt, aber es dürfe nicht der einzige Fixpunkt sein, um den sich alles medizinische Handeln und Denken bewege: „Das wäre fatal und der Sache nicht angemessen.“

Eine Exit-Strategie aus medizinischer Sicht

Die KBV hat nun ein medizinisches Konzept für eine stufenweise Lockerung der strengen Kontaktbeschränkungen vorgelegt. Die wichtigsten Punkte für die Umsetzung der Exit-Strategie:

► Gezielte Testung: Bei einer Lockerung der Kontaktbeschränkungen seien gezielte Testungen der Risikogruppen sowie der Beschäftigten im Gesundheitswesen dringend erforderlich, erläuterte Gassen.

► Trennung von Patientengruppen: Corona-Verdachtsfälle und andere Patienten müssen separiert behandelt werden. Allerdings sei es bei sinkenden Infektionszahlen nicht effizient, weiterhin auf spezielle Covid-19-Einrichtungen zu setzen, stattdessen seien gesonderte Sprechstunden für Risikogruppen und Corona-Verdachtsfälle eine Lösung.

► Ausreichend Schutzausrüstung: Voraussetzung für die Rückkehr zur Normalität: ausreichend medizinische Schutzausrüstung für das Personal! Das sei die Voraussetzung für die Umsetzung der Exit-Strategie. Niedergelassene Ärzte hatten sich in den vergangenen Wochen verzweifelt an die Kassenärztliche Vereinigung gewendet, weil ihnen die Schutzausrüstung ausgegangen war.

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