Mit durchschnittlich 1,584 Euro pro Liter ist Diesel im Moment so teuer wie nie zuvor. Dem ADAC zufolge erklärt sich der Preisanstieg auch mit den Unruhen in Kasachstan.
Die zwischenzeitliche Entspannung an den Tankstellen ist wieder vorbei. Wer Diesel tankt, muss derzeit so viel wie nie zuvor für den Kraftstoff bezahlen, wie der ADAC mitteilte. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Sonntags habe ein Liter Diesel 1,584 Euro gekostet, das sei der höchste je vom Verkehrsclub gemessene Wert. Superbenzin der Sorte E10 schlage mit 1,659 Euro pro Liter zu Buche und sei damit noch 5 Cent von seinem Rekordwert aus dem Jahr 2012 entfernt.
„Für die Menschen, die einen Diesel haben und zur Arbeit fahren müssen, sind die Preise schon heftig“, sagte ADAC-Kraftstoffmarktexperte Jürgen Albrecht. „Beim Dieselpreis kommt derzeit alles gleichzeitig. Der typische jahreszeitliche Anstieg, das teure Öl und die Erhöhung der CO₂-Abgabe zu Jahresbeginn.“ Die Erhöhung des CO₂-Preises mache dabei etwa 1,5 Cent pro Liter Treibstoff aus. Der Ölpreis hatte zuletzt unter anderem vor dem Hintergrund der Unruhen im Förderland Kasachstan angezogen.
Auffällig sei auch der mit 7,5 Cent sehr geringe Abstand zwischen Diesel und Super E10. „Von der Abgabensituation her betrachtet wären es eigentlich gut 20 Cent“, sagte Albrecht. Allerdings sei er typischerweise im Winter geringer. „Das liegt einerseits daran, dass Diesel dann durch die höhere Heizölnachfrage teurer wird. Andererseits ist gerade in den ersten Monaten des Jahres der Reiseverkehr, der vor allem die Benzinnachfrage antreibt, niedriger. Im Sommer ist das typischerweise genau andersherum und der Abstand dementsprechend meist höher.“
Diesel war bereits im Herbst 2021 so teuer wie nie
Die Spritpreise waren bereits vergangenes Jahr deutlich angestiegen. Nach einem sehr günstigen Start erreichte Diesel im Herbst ein Allzeithoch, das nun noch einmal übertroffen wurde, auch die Preise für Superbenzin stiegen deutlich. Der November war der teuerste Tankmonat aller Zeiten. Danach sanken die Preise zunächst einige Wochen, bevor es wieder nach oben ging.
„Das Jahr 2022 wird spannend“, sagte Albrecht. Ob es ein Rekordjahr werde, lasse sich aber noch nicht sagen, denn der Ölmarkt sei „schließlich keine Einbahnstraße, und die Preise können auch wieder fallen“. Das liege auch an der Entwicklung der Konjunktur sowie der Corona-Pandemie.



