Bittere Pille für Investoren

Die US-Milliardäre und Curevac: Elon Musk und Bill Gates trifft es besonders hart

19.06.2021
Lesedauer: 3 Minuten
Elon Musk und Bill Gates. Foto: dpa/imago

„Verheerend“, „katastrophal“ und „desaströs“: Nicht nur in Deutschland, sondern auch in den USA ist der Rückschlag bei der Entwicklung des Curevac-Impfstoffes ein Thema – auch weil die Impfstoff-Pleite des Tübinger Unternehmens Bill Gates und Elon Musk Milliarden kosten dürfte.

Bereits vor dem offiziellen Börsenbeginn am Donnerstagmorgen vermeldeten die Aktien des deutschen Pharmaunternehmens Curevac an der New Yorker Wall Street einen Absturz von rund 44 Prozent. Die ernüchternden Ergebnisse der aktuell veröffentlichten Impf-Studie sorgen jetzt auch in den amerikanischen Medien für Aufruhr.

„Verheerend“ heißt es am Freitag in einer Schlagzeile im Wirtschaftteil der „New York Times“ zur mageren Wirksamkeit von 47 Prozent des Curevac-Impfstoffs. Weiter werden die Studienresultate als „desaströs“ beschrieben. Hintergrund: Für die Zulassung von Covid-Impfstoffen fordert die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) wie auch die Weltgesundheitsbehörde WHO eine Wirksamkeit von mindestens 50 Prozent.

Quelle: focus.de

„Sehr enttäuschend“ lautet auch das Curevac-Urteil im „Wall Street Journal“. „Diese Ergebnisse lassen ernste Zweifel daran aufkommen, wie leistungs- und wettbewerbsfähig die RNA-Plattform des deuschen Unternehmens ist“, meint der Börsenanalytiker Eun Yang im Gespäch mit der Nachrichtenagentur Bloomberg. Als vernichtende Schlussfolgerung heißt es dann weiter: „Und so sind dann mal einfach 9,6 Milliarden Dollar weg“.

Elon Musik und Bill Gates: Zwei prominente US-Milliardäre trifft Curevac-Pleite beim Impfstoff besonders hart

Empfindliche Verluste durch den Kurssturz des Tübinger Pharmaunternehmens dürften auch zwei prominente US-amerikanische Multimilliardäre eingefahren haben: Elon Musk und Bill Gates. Zu den Verlustsummen der einzelnen Investoren gibt es zwar bislang keine genauen Angaben. Doch sie dürften enorm sein. Bereits seit 2015 unterstützen Gelder der „Bill and Melinda Gates Foundation“ das deutsche Unternehmen Curevac. Ihr Anteil an dem Pharmaunternehmen liegt aktuell bei knapp 1,7 Prozent. Darüberhinaus förderte Gates auch Biontech, Moderna und Astrazeneca.

Elon Musks deutsche Tesla-Tochter war ebenfalls finanziell an der Entwicklung des Curevac-Impfstoffes beteiligt. Gemeinsam mit dem Tübinger Pharmahersteller arbeitete Musks Tochter-Unternehmen Grohmann Automation an der Entwicklung von RNA-Druckern. Mithilfe von Printer-Minifabriken sollten die RNA-Impfstoffe in Zukunft in jeder Apotheke problemlos und ohne Aufwand nachproduziert werden können.

Auch amerikanische Wissenschaftler hatten große Hoffnungen in den deutschen Pharmahersteller aus Tübingen gesetzt – in den USA gilt der Ruf deutscher Medikamente als hervorragend und weltführend. Schließlich wird auch der in Deutschland entwickelte Covid-Impfstoff Biontech in Amerika als Porsche unter den Corona-Impfungen gehandelt – auch wenn dem Großteil der US-Bevölkerung der Impfstoff hier vorwiegend als amerikanische „Pfizer-Impfung“ ein Begriff und der Hintergrund aus Deutschland mit Ausnahme von Medizinern und Experten nur wenigen Amerikanern bekannt ist.

„Katastrophal“: Gegen Novavax hat Curevac kaum noch eine Chance

„Das wird jetzt eine Riesenherausforderung für Curevac, mit Novavax überhaupt noch konkurrieren zu können“, meinte Jacob Kirkegaard, Impf-Experte eines Thinktanks in Washington im Gespräch mit der „New York Times“. Zu Beginn der Woche hatte das amerikanische Pharmaunternehmen Novavax ebenfalls eine Studie seines Impfstoffes veröffentlicht: Bei den Untersuchungen in den USA und Mexiko lag die Novavax-Wirksamkeitsrate gegen Covid-19 bei 90 Prozent ­– trotz einer ebenso hohen Studienbeteiligung von Corona-Mutanten wie bei Curevac. Im Vergleich zu diesen Ergebnissen bezeichnete der Mediziner des „Peterson Institute for International Economics“ die Studienresultate von Curevax als „katastophal“.

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