Die beiden Sitzungstage im Wirecard-Untersuchungsausschuss Ende vergangener Woche waren der vorläufige Höhepunkt in der bisherigen öffentlichen Aufarbeitung des Skandals. Denn die Befragungen lieferten einen guten Einblick, weshalb niemand den milliardenschweren Bilanzbetrug stoppte oder aufdeckte: Die Compliance-Abteilung war ahnungslos, der Aufsichtsrat hilflos, und völlig verantwortungslos agierte eine Analystin, die Wirecard nicht nach sachlichen Fakten analysierte, sondern eher ein Fan des aufstrebenden Zahlungsdienstleisters war.
Und die Prüfer von EY, die ein Jahrzehnt lang uneingeschränkt testierten? Hier war es wohl von allem ein bisschen, wie die Aussagen vor dem Ausschuss nahelegen. Die Erklärungen waren ein Offenbarungseid. Etwa an der Stelle, an der der Chef der EY-Qualitätskontrolle nicht beantworten konnte, ob die Lizenz eines Wirecard-Treuhänders überprüft wurde. Auch deshalb kam der Ausschussvorsitzende Kay Gottschalk letztlich zu dem Schluss, dass EY mitverantwortlich ist für den Untergang von Wirecard – und die Verluste vieler Anleger, die an den Konzern und seine rosigen Gewinnprognose geglaubt hatten.
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