»Mit Ihren blutigen Händen schreiben Sie leider Geschichte«: Der türkische Präsident Erdoğan greift US-Präsident Biden für seine Israelpolitik an. Noch heftiger attackiert er aber die Regierung in Wien.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat US-Präsident Joe Biden scharf kritisiert. »Mit Ihren blutigen Händen schreiben Sie leider Geschichte. Sie haben uns dazu gezwungen, das zu sagen«, sagte Erdoğan am Montagabend und bezog sich auf einen angeblich geplanten Waffenverkauf der USA an Israel. Die »Washington Post« hatte zuvor berichtet, die Biden-Regierung habe kürzlich einen potenziellen Waffenverkauf im Umfang von 735 Millionen US-Dollar genehmigt. Offizielle Angaben gab es dazu zunächst nicht. Der »Boden Palästinas« werde mit »Gräuel, Schmerz und Blut gewaschen. Und Sie unterstützen das«, sagte Erdoğan.
Trotz internationaler Bemühungen um eine Waffenruhe dauert der Konflikt in Nahost an. Vielerorts waren zuletzt Forderungen laut geworden, dass sich Bidens Regierung stärker um eine Beilegung des Konflikts bemühen sollte. Internationalen Rufen nach einer Waffenruhe hat sich die US-Regierung bislang nicht explizit angeschlossen.
An Österreich gewandt, verurteilte Erdoğan auch das Hissen der israelischen Flagge auf Gebäuden der Regierung in Wien. »Ich verfluche den österreichischen Staat«, so Erdoğan. »Der österreichische Staat versucht wohl, die Rechnung für die Juden, die es einem Genozid unterzogen hat, den Muslimen auszustellen.« Als Zeichen der Solidarität mit dem jüdischen Staat im Gazakonflikt wehte am Freitag eine israelische Flagge auf dem Kanzleramt und dem Außenministerium.
Erdoğan sprach sich für eine »neue Regulierung Jerusalems« aus. Die Stadt müsse »von einer Kommission geführt« werden, die aus Vertretern von Judentum, Christentum und Islam bestehen solle.
dop/dpa



