Emden: Viele Krankmeldungen nach Corona-Impfungen in Klinik

15.02.2021
Lesedauer: 3 Minuten
AstraZeneca (Symbolbild) Foto: NDR

29 Mitarbeitende des Krankenhauses in Emden haben sich nach der ersten Corona-Impfung mit dem Wirkstoff von AstraZeneca krank gemeldet. Der Impfplan wird deshalb angepasst.

Wie NDR 1 Niedersachsen berichtet, sind etwa 15 Prozent der geimpften Personen betroffen. Viele von ihnen klagten über Übelkeit, Kopfschmerzen und teilweise sogar hohes Fieber. Wie lange die angegebenen Nebenwirkungen anhielten, war zunächst nicht bekannt. Die Impfreaktionen seien schlimmer ausgefallen als gedacht, sagte ein Oberarzt. Am Freitag und Sonnabend waren insgesamt 194 Mitarbeitende, darunter Pflegekräfte und Ärzte, geimpft worden.

Klinikum stoppt Impfungen zunächst

Die Einfahrt zum Klinikum Emden. © dpa-Bildfunk Foto: Carmen Jaspersen
Besonders betroffen ist das Klinikum Emden. © dpa-Bildfunk Foto: Carmen Jaspersen

Wie die Trägergesellschaft des Klinikums Emden mitteilte, wurden wegen der auftretenden Symptome die Impfungen am Sonnabendnachmittag ausgesetzt. Fünf weitere Angestellte wurden nicht mehr geimpft, um die Handlungsfähigkeit der Station zu erhalten. Um welche Station es dabei ging, teilte die Klinik nicht mit. Die Patientenversorgung in dem Krankenhaus sei trotz der Krankmeldungen sichergestellt. Allerdings könnten wegen des fehlenden Personals nicht alle Betten belegt werden, hieß es.

Impftermine werden entzerrt

Auch in Oldenburg traten beim geimpften Pflegepersonal Nebenwirkungen wie Schüttelfrost und Übelkeit auf. Dem Land sind alle Fälle bekannt. Es gebe derzeit dennoch keinen Grund, die Impfstrategie grundlegend zu ändern, sagte ein Sprecher des Sozialministeriums. Experten raten, künftig nur noch 50 Prozent der Belegschaft am gleichen Tag mit AstraZeneca zu impfen, um den Betriebsablauf zu gewährleisten. Am Klinikum Oldenburg wird deshalb nicht mehr am Wochenende geimpft. Unter der Woche könne bei Bedarf schneller für Ersatz gesorgt werden, hieß es.

Nebenwirkungen laut RKI normal

Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) können Impfreaktionen bei allen drei derzeit zugelassenen Impfstoffen auftreten. Sie beginnen demnach in der Regel kurz nach der Impfung und halten wenige Tage an. Beim AstraZeneca-Impfstoff zählen Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und Krankheitsgefühle zu den häufigsten Nebenwirkungen, so das RKI. Diese Einschätzung bestätigte der Erlanger Infektionsimmunologe Christian Bogdan gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Die Impfreaktion etwa bei den in Emden berichteten Fällen sei „überhaupt nicht unerwartet“, sagte Bogdan. „Die Symptome sind Ausdruck der Immunantwort, die zeigt, dass im Körper tatsächlich etwas nach der Impfung passiert.“

AstraZeneca: Alles im Rahmen der Studien

Auch Hersteller AstraZeneca sieht in den Nebenwirkungen keinen Grund zur Beunruhigung. „Derzeit sind die gemeldeten Reaktionen so, wie wir sie aufgrund der Erkenntnisse aus unserem klinischen Studienprogramm erwarten würden“, teilte das Unternehmen mit, ohne direkt auf die Fälle in Emden einzugehen. Normal seien demnach vorübergehende lokale Reaktionen wie etwa Schmerzen an der Injektionsstelle und systemische Reaktionen wie leichte Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schüttelfrost und Unwohlsein. Diese Reaktionen träten häufiger einen Tag nach der Impfung auf – nach einer zweiten Dosis seien sie seltener.

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