Klima-Aktivisten

Bundesregierung traf sich 2020 mindestens 22 Mal mit Fridays-for-Future-Vertretern

07.02.2021
Lesedauer: 2 Minuten
Angela Merkel (Mitte) traf Luisa Neubauer (links) und Greta Thunberg im Sommer im Kanzleramt Quelle: Bundesregierung via Getty Images/Handout

Allein im Jahr 2020 trafen sich deutsche Regierungsvertreter mit Fridays-for-Future-Aktivisten: Unterabteilungsleiter, Staatssekretäre, Minister – und sogar die Bundeskanzlerin. FFF kritisiert, der Austausch bleibe häufig folgenlos.

Im vergangenen Jahr haben sich Vertreter der Bundesregierung mindestens 22 Mal mit Mitgliedern der Klimaschutzbewegung Fridays for Future (FFF) getroffen. Das geht aus einer Abfrage von WELT AM SONNTAG bei den Bundesministerien hervor. Besonders das Umweltministerium pflegte den Kontakt mit den Aktivisten.

So gab es im vergangenen Jahr elf persönliche Gespräche und Diskussionsveranstaltungen mit Vertretern von Fridays for Future, an denen Mitarbeiter, Staatssekretäre oder Ministerin Svenja Schulze (SPD) persönlich teilnahmen. Dabei ging es in den meisten Fällen um den Austausch über konkrete politische Vorhaben wie das Klimapaket der Bundesregierung, die europäischen CO2-Reduktionsziele und die deutsche EU-Ratspräsidentschaft.

Das Bundeswirtschaftsministerium bestätigte drei Unterredungen. Zweimal traf sich der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Bareiß (CDU) für Gespräche über den Klimaschutz mit Fridays-for-Future-Vertretern, einmal der Unterabteilungsleiter im Fachbereich Strom zum Austausch über das Erneuerbare-Energien-Gesetz.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach im Sommer des Jahres mit drei Aktivistinnen, darunter die Deutsche Luisa Neubauer und die Schwedin Greta Thunberg. Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) traf im Oktober sechs Vertreter von Fridays for Future Deutschland.

Maira Kellers, Sprecherin von Fridays for Future, sieht in den häufigen Treffen ein Indiz dafür, eine „Diskursverschiebung“ in der Klimapolitik erreicht zu haben. „Unsere Regierung geht in den Diskurs. Das ist gut, und das ist wichtig“, sagte Kellers.

Die 15-Jährige kritisiert jedoch, der Austausch bleibe häufig folgenlos. „Klar, es gibt solche Treffen, aber was man wirklich messen muss, sind die realpolitischen Entscheidungen, die getroffen worden sind.“ Dort habe die Bundesregierung wenig vorzuweisen. Das 1,5-Grad-Ziel noch zu erreichen, werde so schwierig.

Dieser Text ist aus WELT AM SONNTAG. Wir liefern sie Ihnen gerne regelmäßig nach Hause.

Packshot WamS S1 für N24 07_02_21

Quelle: Welt am Sonntag

Das könnte Sie auch interessieren

Für Energiekonzern
01.12.2024
EU-Plan gescheitert
29.11.2024
ARD-Show "Die 100"
26.11.2024
Abstimmung über neue EU-Kommission
27.11.2024

Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

11 + 19 =

Weitere Artikel aus der gleichen Rubrik

Für Energiekonzern
01.12.2024
EU-Plan gescheitert
29.11.2024

Neueste Kommentare

Trends

Alle Kategorien

Kategorien