Minister versprach schnelle Lieferung

Andreas Scheuer und die Masken aus China

24.04.2020
Lesedauer: 3 Minuten

Medizinisches Schutzmaterial ist weltweit derzeit knappe Ware. Deshalb war die Beschaffung von FFP2-Masken für Deutschland in den vergangenen Wochen auch nicht leicht. Auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat das nun erfahren müssen.

Als am 7. April auf dem Münchner Flughafen eine Frachtmaschine der Lufthansa landete, standen da Ministerpräsident Markus Söder, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (beide CSU) und Lufthansa-Chef Carsten Spohr bereits Spalier- sie warteten auf Paletten voller Schutzmasken, die ihren Weg aus China nach Deutschland gefunden hatten. „Das ist gute Logistik“, zitiert das Magazin Scheuer an diesem Tag: „Auftrag, Entscheidung, Verlässlichkeit – das passt.“

Markus Söder (CSU, l), Parteivorsitzender und Ministerpräsident von Bayern, und Carsten Spohr (2.v.l.), Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG, stehen am Flughafen in München neben einer Lieferung von Schutzmasken. Matthias Balk/dpa

Geplant war eine schnelle Nachlieferung, Scheuer selbst hatte sich darum gekümmert. In den kommenden Wochen sollten „mehrere 100 Millionen Masken“ nachfolgen. Das sagte Scheuer damals der „Passauer Neuen Presse“. In Kürze erwarte er sogar die begehrten Masken des FFP2-Typs, hieß es Anfang April. Doch die Masken kamen nicht. Der „Spiegel“ hat nach eigenen Angaben mit der von Scheuer für den Maskennachschub beauftragten Passauer Firma gesprochen.

Wie das Magazin berichtet, kennen sich Scheuer und die für die Schutzmaskenlieferung beauftragte Firma aus dem Wahlkreis. Das habe das Verkehrsministerium auf Anfrage mitteilen lassen.

„Elf Millionen Masken gesichtet, die waren alle Schrott“

Bei den OP-Masken, die Scheuer und Söder in Empfang genommen hatten, sei noch „alles tipptopp“ gewesen, zitiert das Magazin den Geschäftsführer der Textilfirma. Die FFP2-Masken, deren Lieferung zum 13. April geplant gewesen war, habe man in China kaufen wollen. Doch die Lieferung sei geplatzt: „Da haben wir elf Millionen Masken gesichtet, die waren alle Schrott.“ Dadurch sei man dann „a bisserl in Lieferverzug reingekommen“, wird der Geschäftsführer zitiert. Inzwischen lässt er dem Bericht zufolge selbst die Masken in China produzieren und das Prozedere überwachen. Auch sei inzwischen zumindest ein Teil der Ware geliefert worden, der Rest solle bald eintreffen.

Scheuer versprach im Interview mit der „Passauer Neuen Presse“ vor wenigen Wochen auch eine Luftbrücke zwischen China und Deutschland. Die gibt es nach „Spiegel“-Angaben auch noch nicht. Dafür setzte sich der Bundesverkehrsminister jetzt für eine zusätzliche „Landbrücke“ zwischen der Bundesrepublik und China ein. Der erste Güterzug sei am Dienstag gestartet, sagte er in der Regierungsbefragung am Mittwoch. Außerdem kündigte der Minister in der Befragung erneut eine bessere Versorgung mit Schutzausrüstung an.

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