Der emeritierte Papst Benedikt XVI. (93) sieht sich als Opfer einer „bösartigen Verzerrung der Wirklichkeit“.
Joseph Ratzinger, so der bürgerliche Name des Deutschen, in der Biografie „Benedikt XVI.- Ein Leben“, die am Montag auf den Markt kommt: „Der Spektakel an Reaktionen, der hernach von der deutschen Theologie kam, ist so töricht und so bösartig, dass man lieber nicht davon spricht. Die eigentlichen Gründe dafür, dass man einfach meine Stimme ausschalten will, möchte ich nicht analysieren.“
Kritiker werfen Benedikt vor, sich wie eine Art „Schattenpapst“ zu verhalten. Besonders laut wurde diese Kritik, als im vergangenen Jahr ein Beitrag von ihm in einem Buch von Kardinal Robert Sarah über den Zölibat erschien.
Benedikt habe nach eigenen Angaben eine sehr gute Beziehung zu seinem Nachfolger Franziskus: „Wie Sie wissen, ist die persönliche Freundschaft mit Papst Franziskus nicht nur geblieben, sondern gewachsen.“
Benedikt kritisiert Homo-Ehe
In der von Autor Peter Seewald verfassten Biografie lässt sich Ratzinger auch erneut über die Ehe zwischen Homosexuellen aus: „Vor hundert Jahren hätte es noch jedermann für absurd gehalten, von homosexueller Ehe zu sprechen. Heute ist gesellschaftlich exkommuniziert, wer sich dem entgegenstellt. Ähnliches gilt bei Abtreibung und für die Herstellung von Menschen im Labor.“
Seiner Meinung nach sei die moderne Gesellschaft dabei, ein „antichristliches Credo zu formulieren“. Wer sich dem widersetze, werde mit „gesellschaftlicher Exkommunikation“ bestraft.
Nach Ansicht des früheren Kardinals liegt „die eigentliche Bedrohung der Kirche“ in einer „weltweiten Diktatur von scheinbar humanistischen Ideologien“.



