Sechs Menschen haben im Impfzentrum in Schortens statt Impfstoff Kochsalzlösung bekommen. Die Polizei prüft auch ein politisches Motiv: Die Mitarbeiterin hatte zuvor Corona-kritische Texte geteilt.
Der Vorfall hatte sich im April im Impfzentrum im Stadtteil Roffhausen ereignet. Die Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland ermittelt wegen eines möglichen Körperverletzungsdeliktes gegen die Frau. Das Verfahren habe das Fachkommissariat für politisch motivierte Kriminalität übernommen, heißt es. „Da der Umgang mit dem SARS-CoV-2-Virus immer wieder Gegenstand politischer Diskussionen ist, sollen die Ermittlungen auch den Aspekt einer etwaigen politischen Motivation nicht unberücksichtigt lassen“, teilte die Polizei schriftlich mit.
Keine weiteren Anhaltspunkte für politisches Motiv
Laut Polizei haben die Ermittlungen ergeben, dass die Beschuldigte einzelne Beiträge in sozialen Netzwerken offen und kommentarlos geteilt hat, in denen die Corona-Maßnahmen der Regierung kritisch thematisiert wurden. Weitere Anhaltspunkte für eine möglicherweise politisch motivierte Tat gebe es bisher aber nicht, so die Beamten.
Frau hatte Tat gestanden
Demnach gehen die Ermittler derzeit weiter davon aus, dass die Frau mit der Tat vertuschen wollte, dass ihr eine Impfstoff-Ampulle mit sechs Biontech-Dosen heruntergefallen war. Die Beschuldigte habe offenbar aus Angst gehandelt, nach längerer Arbeitslosigkeit einen gerade angetretenen Job wieder zu verlieren, heißt es. Die Mitarbeiterin hatte den Vorfall gestanden. Sie war daraufhin entlassen worden. Um herauszufinden, welche Personen die Kochsalzlösung statt des Impfstoffes bekommen haben, sind 118 Menschen auf Antikörper getestet worden. Das Ergebnis steht noch aus.